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Kartenlegen

Das Kartenlegen ist auch in unserer modernen Zeit geheimnisumwittert. Viele Menschen können sich nicht erklären, wie die Karten Nachrichten für uns bereithalten können, die geübte Personen beim Kartenlegen zu deuten vermögen? Soll es möglich sein, dass Kartenleger aus den Wahrsagekarten Ereignisse und Angelegenheiten aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft eines Menschen anhand der Karten sehen können? All diese Vorgänge lassen sich aber erklären und wir möchten das große Mysterium, von dem das Kartenlegen umgeben ist, lüften. Im Folgenden wollen wir schildern, wie das Kartenlegen entstand, wie es abläuft, welche unterschiedlichen Kartendecks existieren und welchen Nutzen wir aus den Botschaften der Karten ziehen können.

Die Geschichte der Wahrsagekarten, die man auch Divinationskarten nennt, beginnt mit der Erfindung der Spielkarten, im China des 7. Jahrhunderts. Die aus dem Würfelspiel hervorgegangenen Karten wurden aber nicht nur zum Spielen eingesetzt, sondern dienten allmählich auch zur Erstellung von Orakeln und damit zum Kartenlegen . Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts erreichten die Spielkarten auch Europa, stießen hier aber auf vehemente Ablehnung durch die Kirche, die im Kartenspiel ein „Teufelswerk“ sah. Je mehr Verbreitung das neuartige Spiel aber in der Aristokratie fand, desto salonfähiger wurde es auch im Abendland.

Auch hier war es nur eine Frage der Zeit, bis das Kartenspiel auch zum Kartenlegen verwendet wurde. Am Anfang wurde das Kartenlegen vor allem vom Fahrenden Volk praktiziert, das diese Kunst aus dem Osten nach Europa brachte und das Wahrsagen anhand von Spielkarten sehr gut beherrschte. Allgemein gesellschaftsfähig wurde das Kartenlegen aber erst in den Pariser Salons des 18. Jahrhunderts, in denen bekannte Wahrsager wie Antoine Court (Künstlername: Court de Gébelin) oder Marie-Anne Lenormand (Künstlername: Sybille von Paris) verkehrten. Marie-Anne Lenormand, auf die auch die nach ihr benannten Wahrsagekarten zurückgehen, war die wohl berühmteste Wahrsagerin aller Zeiten. Zu ihren Kunden zählten hochrangige Persönlichkeiten wie die französischen Revolutionäre Marat und Robespierre, ja sogar Kaiserin Josephine, Kaiser Napoleon und Russlands Zar Alexander I. Als sie durch das Kartenlegen den Tod von Marat und Robespierre und den Sturz Napoleons voraussagte, gelange sie zu großer Berühmtheit und stattlichem Reichtum.

Auch heute sind viele Menschen von der Treffsicherheit erfahrener Kartenleger bei der Deutung der Karten überrascht. Einige von Ihnen werden sich vermutlich schon öfter gefragt haben, warum es beim Kartenlegen eine solche Vielzahl an verschiedenen Wahrsagekarten gibt und wodurch sich diese unterscheiden. Dies ist eine der einfacheren Fragen zum Thema Kartenlegen und rasch zu beantworten : Am besten ist es wohl, wenn wir Ihnen die wichtigsten Wahrsagekarten sowie deren Ursprünge, Eigenheiten und Nutzungsmöglichkeiten vorstellen.

Lassen Sie uns mit dem Tarot beginnen, der für viele Kartenleger als die wichtigste Disziplin beim Kartenlegen gilt. Fast alle Menschen haben schon von Tarot gehört, wissen aber ansonsten sehr wenig über das Kartenlegen in dieser Form. Die Entstehungsgeschichte des Tarot ist weitgehend unbekannt, eine Verbindung mit dem antiken Ägypten gilt als ausgeschlossen, da es damals noch keine Spielkarten gab. Bekannt und auch belegt ist aber die Tatsache, dass Tarotkarten erstmals im Mailand des späten 14. und frühen 15. Jahrhunderts in Umlauf kamen und in den folgenden Jahrhunderten langsam ihre heute bekannte Form erhielten. Die Tarotkarten sollen tief in unserem Unterbewusstsein verankerte Gefühle und Erfahrungen wiedergeben – so dass das Kartenlegen auch Bedeutung für die Psychologie hat, wie der bekannte Psychoanalytiker C. G. Jung bestätigte.

Wie überhaupt beim Kartenlegen , so ruft auch der Tarot Bilder aus dem kollektiven Unterbewusstsein hervor. Jede Karte zeigt ein bestimmtes Symbol, das für eine Begebenheit oder eine Charaktereigenschaft steht. Was geschieht nun beim Kartenlegen mit einem Tarotdeck? Der Tarot gliedert sich in 22 große und 56 kleine „Arkana“, was wörtlich „Geheimnisse“ bedeutet. Die großen Arkana sind die Trümpfe, während man bei den kleinen Arkana vier „Hofkarten“ (König, Königin, Ritter und Bube) und zehn „Zahlenkarten“ pro Farbreihe (Stäbe, Kelche, Schwerter und Scheiben/Münzen) unterscheidet – die Farbreihen stehen ebenfalls für gewisse Verhaltensmuster.

Beim Kartenlegen werden Karten zunächst gemischt und anschließend nach konkreten Legemustern ausgebreitet. Die Kartenbedeutungen ergeben in Kombination mit den dabei entstehenden Kartenpositionen die Bedeutungsinhalte. So gewinnt der versierte Könner beim Kartenlegen tiefe Einblicke in die augenblickliche Situation des Fragestellers und kann ihm Wege aus einem etwaigen Tief zeigen und ihm bei anstehenden Entscheidungen hilfreich zur Seite stehen. Die Aussagen der Karten verraten dem Rat Suchenden auch, wie er sich von Zwängen und störenden Faktoren befreien kann. Das Kartenlegen mit Tarotkarten gestattet aber auch einen Blick in die Zukunft ebenso wie in die Psyche, zeigt Ängste und Wünsche auf und legt sogar offen, wie gut es in der Partnerschaft läuft.

Heute verwendet man beim Kartenlegen vor allem zwei Decks aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Das Rider-Waite-Tarot und das Crowley-Tarot sind nach ihren Schöpfern benannt und gleichen – abgesehen von der Art der Bilder – den meisten anderen Tarotdecks. Lenormandkarten sind dem Tarot sehr ähnlich und werden ebenfalls gerne zum Kartenlegen verwendet. Wie oben erwähnt, verdanken sie ihren Namen der Wahrsagerin Marie-Anne Lenormand. Im Unterschied zum Tarot umfasst ein Lenormanddeck aber nur 36 Karten, die in erster Linie Alltagsszenen darstellen.

Beim Kartenlegen mit den Lenormandkarten helfen diese Symbole dem Kartenleger bei der Interpretation von Situationen. Die Karte mit der Grundbedeutung „Wolken“ steht zum Beispiel für Unklarheiten, die Karte mit dem Namen „Schlange“ deutet auf Verwicklungen hin. Wie beim Tarot werden beim Kartenlegen die umliegenden Karten in die Deutung einbezogen und können die Grundaussage einer Karte mehr oder weniger deutlich verändern. Mit Lenormandkarten werden – anders als beim Tarot – konkrete Begebenheiten beim Kartenlegen erkennbar.

Kipperkarten sollen nach der Berliner Wahrsagerin Susanne Kipper benannt sein, die diese angeblich um 1873 entwarf. Viele sehen aber eher eine Verwandtschaft des Namens mit dem Wort „Kipper“, der sich im Dreißigjährigen Krieg auf Münzfälscher bezog. Ein Kipperdeck umfasst 36 nummerierten Karten, die Menschen oder Ereignisse darstellen. Typisch für die Kipperkarten ist die große Zahl an Personenkarten, die für Leute aus der Umgebung des Fragestellers oder für bestimmte Lebenslagen stehen. Die Deutung beim Kartenlegen mit Kipperkarten scheint auf den ersten Blick recht einfach zu sein, da die Symbolik unmissverständlich anmutet – man denke etwa an Karten wie „Reise“ oder „traurige Nachricht“. Ganz so einfach ist die Sache aber nicht: Die Aussagen können wesentlich vielschichtiger sein, als man zunächst annehmen würde.

Zum Kartenlegen können auch Skatkarten dienen, obwohl diese eigentlich als Spielkarten konzipiert wurden. Das in Deutschland im Jahre 1820 erfundene Deck besteht aus 32 Karten, die ein französisches Bild mit den Farben Karo, Herz, Kreuz und Pik oder ein deutsches Bild mit den Farben Eichel, Grün, Rot und Schellen tragen kann. Beim Kartenlegen mit Skatkarten liegt im Zentrum eine Personenkarte, links und rechts davon Karten, die auf Ereignisse aus Vergangenheit und Zukunft hinweisen, darüber liegen Karten für Menschen oder Begebenheiten, die den Fragenden dominieren, und darunter Karten für Menschen oder Begebenheiten, die vom Fragesteller dominiert werden.

Im Gegensatz zu den Kipperkarten gibt es sehr wenige Personenkarten – nur König, Dame (dt. Ober) und Bube (dt. Unter). Je nach der beim Kartenlegen entstandenen Position kann jede Karte verschiedene Bedeutungen haben. Die Karo Acht etwa steht für ein kleines Geschenk, kann aber auch eine erfreuliche Nachricht oder ein freundliches Gespräch symbolisieren. Die Deutung hängt in hohem Maße von der Erfahrung und dem Einfühlungsvermögen des Kartenlegers ab.

Nun wollen wir noch einen Blick auf die Engelskarten werfen, eine Variante beim Kartenlegen , die sich wachsender Popularität erfreut. Auch die Engelskarten sind dem Tarot entlehnt, doch stellt jede Karte einen anderen Engel dar, der eine besondere Charaktereigenschaft symbolisiert. Der Kartenleger versucht, über das Kartenlegen Engelsbotschaften zu erhalten. Auch das Kartenlegen mit den Engelskarten gibt Hinweise auf Auswege aus einer schwierigen Lebenslage. Engelskarten beschreiben beim Kartenlegen den Fortgang einer Angelegenheit und empfehlen entsprechende Vorgangsweisen.

Das Kartenlegen ist eine hohe Kunst, die neben der exakten Kenntnis der Kartenbilder und der verschiedenen Legemuster auch sehr viel Intuition und Übung erfordert, um zutreffende Deutungen vorzunehmen. Unsere erfahrenen Berater freuen sich, Sie von den wunderbaren Möglichkeiten beim Kartenlegen zu überzeugen und Ihnen bei Ihren Anliegen und Problemen die entsprechende Hiilfestellung zu geben!

 





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